Kreisjugendfeuerwehrwart Michael Kassel verabschiedet

Kreisjugendfeuerwehrwart Michael Kassel verabschiedet

Bereits vor drei Wochen wurde Michael Kassel altersbedingt aus dem aktiven Dienst der Feuerwehr Ramstein-Miesenbach verabschiedet. Berechtigterweise wurde er dabei für seine Leistungen noch einmal mit hohen Ehrungen bedacht. 

Doch Michael Kassel war noch mehr als Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Sein Herzblut gehört der Jugend. So bekleidet er bereits seit 33 Jahren das Amt des Kreisjugendfeuerwehrwartes, also des höchsten Vertreters der Jugendabteilungen der Feuerwehren. In dieser Zeit hat er viel bewegt. Die Zahl „seiner“ Jugendfeuerwehren ist während seiner Amtszeit von zwei auf sechszehn gestiegen. Und diese wollten ihren Kreisjugendfeuerwehrwart auf ganz besondere Art und Weise aus seinem Amt verabschieden und so noch einmal „Danke“ sagen. 

In wochenlangen, geheimen Planungen bereiteten die Jugendfeuerwehren des Landkreises alles vor. Seine Familie wurde eingeweiht, Weggefährten, Ehrengäste und alle Jugendfeuerwehren wurden eingeladen. Ein tragfähiges Konzept für eine Jugendveranstaltung, bei der ihre langjährige Führungspersönlichkeit verabschiedet werden sollte, wurde erstellt. Hinter den Kulissen tat sich viel und es war tatsächlich gelungen alle Aktionen bis zum letzten Tag geheim zu halten. Eine klasse Leistung, wenn man bedenkt wie viele Leute in die Vorbereitungen eingebunden waren. 

Dann war es so weit. Der große Tag. Michael Kassel wurde von seinem Enkel Lion auf den Fußballplatz gelockt um ihn so von der Feuerwache in Ramstein fern zu halten. Dort wurde alles für seinen großen Abend aufgebaut. Erst am Nachmittag wurde ihm mitgeteilt, dass er sich für den Abend in seine Uniform werfen muss, da noch eine besondere Veranstaltung anstehen würde. 

Um 19:00 Uhr war es dann so weit: Michael Kassel wurde, immer noch nichts ahnend ob des Ausmaßes der Veranstaltung, vom Löschgruppenfahrzeug der Jugendfeuerwehr Ramstein zu Hause abgeholt. Als dann das Fahrzeug auf die Straße zur Feuerwache einbog säumten dort knapp zweihundert Jugendfeuerwehrleute die restliche Wegstrecke zur Feuerwache. Michael Kassel ließ es sich ab dieser Stelle nicht nehmen zu Fuß den, durch Fackeln beleuchteten, Weg zur Feuerwache zu beschreiten. Dort war „seine“ Feuerwache mit Effektstrahlern in blaues Licht getaucht. Schwedenfackeln und ein kleines Feuerwerk sorgten für einen stimmungsvollen Empfang. 

Auch in der Feuerwache hat man sich etwas einfallen lassen. Ein Zelt, in dem das Rednerpult untergebracht war, ein Schwenkgrill, eine Feuerwehrpumpe und viel Grün, dazu Garniturenbänke für alle Gäste und eine Gartenbank für Michael Kassel und seine Frau Bärbel, ließen Zeltlageratmosphäre aufkommen.  

Jugendgerecht kurz gehalten begrüßte Bürgermeister Ralf Hechler alle Anwesenden in der, bis auf den letzten Platz besetzten, Feuerwache. 

Bevor die Erste Kreisbeigeordente Gudrun Hess-Schmidt den Kreisjugendfeuerwehrwart aus seiner verantwortungsvollen Position entlassen konnte stand für ihn jedoch noch eine hohe Auszeichnung an. Mit dem goldenen Feuerwehrehrenzeichen am Bande, erhielt Michael Kassel eine Ehrung die üblicherweise nur hohen Feuerwehr-Führungskräften verliehen wird. 

Im Anschluss bekam er seine Entpflichtungsurkunde überreicht. Ein großes Kapitel (Jugend-) Feuerwehrgeschichte wurde geschlossen. Michael Kassel wird jedoch auch ohne Amt seiner Jugendfeuerwehr erhalten bleiben. „Ich hab‘ es gerne gemacht“ so der Verabschiedete. 

Im Vorfeld hatten alle Jugendwarte des Landkreises ihren neuen Kreisjugendfeuerwehrwart und dessen Stellvertreter gewählt. So konnte die Erste Kreisbeigeordnete Kassels bisherigen Stellvertreter Peter Szombach zum Kreisjugendfeuerwehrwart und Julian Kassel als dessen neuen Stellvertreter, auf die Dauer von zehn Jahren verpflichten. 

Als erste Amtshandlung ernannte Peter Szombach seinem Vorgänger Michael Kassel zum Ehren-Kinder-KFI. Ein KFI, also ein Kreisfeuerwehrinspekteur, ist der oberste Feuerwehrmann im Landkreis. Und bereits während seiner aktiven Zeit wurde Michael Kassel von vielen als Kinder-KFI tituliert. Die überreichte gerahmte Urkunde enthielt in einem Kästchen auf der Rückseite eine knapp fünf Meter lange Unterschriftenliste die von allen Jugendfeuerwehren des Landkreises unterzeichnet war. 

Zudem erhielt er mit seiner Ehrenwürde das Recht, in den Kreiszeltlagern Rührei zuzubereiten (was er in allen bisherigen Pfingstzeltlagern als Chef des Küchenteams gemacht hatte und somit eine Tradition geschaffen hat). Zudem darf er seine Fahne hissen. Doch was hat es mit dieser Fahne auf sich? 

In der letzten Sitzung der Jugendwarte des Landkreises unter seiner Führung gab er seinen Jugendwarten sein Credo mit auf den Weg indem er folgendes forderte: „Schreibt Euch das auf Eure Fahnen: Die Jugendwarte sind für die Kinder da – nicht umkehrt!“ Und genau das haben die Jugendwarte gemacht und Michael eine Fahne mit seinem Konterfei und diesem Leitspruch überreicht. Eine gelungene Überraschung. 

Wie vielseitig Jugendarbeit bei der Feuerwehr ist zeigten dann einige Kameraden der (Jugend-) Feuerwehr Enkenbach-Alsenborn. Sie hatten für Michael ein Lied geschrieben das als Video eingespielt, und von allen Anwesenden kräftig mitgesungen wurde. 

Rudi Molter, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, dankte Michael Kassel für die geleistete Arbeit und die vielen guten Ideen, die er in die Verbandsarbeit eingebracht hat. Er überreichte ihm einen Umschlag seiner Vorstandskollegen sowie einen selbstgegossenen Florian. 

Dass die Arbeit von Michael Kassel auch weit über die Landkreisgrenzen hinaus geschätzt wird, zeigten die nächsten Redner. Landesjugendfeuerwehrwart Matthias Görgen der auch stellvertretender Bundesjugendleiter der Deutschen Jugendfeuerwehr ist, rief mit einigen Anekdoten sein Zusammentreffen mit Michael Kassel in Erinnerung. Zusammen mit dem stellvertretenden Landesjugendfeuerwehrwart, Jörg Michel, durfte er Michael Kassel die Ehrennadel in Gold der Deutschen Jugendfeuerwehr überreichen; die höchste Auszeichnung welche die Jugendfeuerwehr zu vergeben hat. 

Auch KFI Hans Weber, ließ es sich nicht nehmen seinen persönlichen, und den Dank aller Feuerwehrleute des Landkreises, für die Leistungen von Michael Kassel auszusprechen.  

Werner Lang, ehemaliger Kreisjugendfeuerwehrwart des Landkreises Südwestpfalz und guter Freund überreichte seinem Weggefährten als Dank ein Bild von seinen Jugendfeuerwehren. 

Auch Bärbel Kassel wurde für die Unterstützung ihres Mannes bei seiner Arbeit für die Jugendfeuerwehren gedankt. Peter Szombach überreichte ihr ein zusammengestelltes „Rentner-Erduldungs-Paket“ mit dem die Kreisjugendfeuerwehr versuchte ihr den neuen Lebensabschnitt zu versüßen. 

Ein weiteres, auf Michael Kassel geschriebenes Lied der (Jugend-)Feuerwehr Enkenbach-Alsenborn, setzte eine würdigen Schlusspunkt für eine gelungenen Veranstaltung. Bei der anschließenden „After-Show-Party“ waren sich alle einig: „Wenn jemand diese ganzen Ehrungen Verdient hat, dann Michael.“  

 

Nicht grillen, sondern garen im eigenen Saft.

Nicht grillen, sondern garen im eigenen Saft.

So ein Abend vor einem Feiertag bei hochsommerlichen Temperaturen das hat schon was. Man könnte im Garten sitzen, etwas grillen und im Schatten bei einem kühlen Getränk seinen Feierabend genießen.

Nicht so die Mitglieder des Gefahrstoffzuges aus dem Landkreis Kaiserslautern. Für sie stand am Mittwoch vor Fronleichnam das jährliche Leistungsgehen im Chemikalienschutzanzug (CSA) in der Feuerwache Ramstein auf dem Programm.

Nach einem medizinischen Check ging es dann los. Innerhalb von 3 Minuten musste der Trupp (2 Feuerwehrleute) sich das Atemschutzgerät anlegen, die Maske und Helm anziehen und dann in den CSA steigen. Wenn dann von Helfern der Reißverschluss zugezogen wird, ist der Feuerwehrmann komplett von er Umluft abgeschlossen.

Wie der Name „Leistungsgehen“ schon erahnen lässt müssen die Wehrleute dann auch entsprechend Leistung bringen. Zuerst ging es für 3 Minuten auf ein Trimmdich-Fahrrad. Anschließend für 3 Minuten auf einen Stepper und dann noch einmal für 3 Minuten auf ein Laufband. Immer wieder wurde der Puls per Funkübertragung gemessen.

Dann musste ein leeres Fass über ca. 50 Meter über den Hof gerollt werden, ehe es mit einem mit Sand gefüllten Fass die gleiche Strecke wieder zurück ging. Eine, auch ohne die sommerlichen Temperaturen sehr schweißtreibende Angelegenheit.

An der Nächsten Station mussten unterschiedliche schwere Fässer auf einen Lastwagen verladen werden um dann wieder über eine Leiter von diesem heruntergebracht zu werden.

Zwischen allen Stationen wurde der Flaschendruck abgefragt. Das heißt für die Leute im Anzug den Arm nach innen aus den Anzug ziehen, das Druckmanometer finden und ablesen und den Wert per Funk an die Atemschutzüberwachung zu übermitteln.

Dann war es fast geschafft. Bei der letzten Station musste der Trupp dann eine 80 kg schwere Puppe aus einem Keller über die Treppe nach oben bringen. Fertig. Jetzt noch der Fußweg zurück in die Fahrzeughalle und raus aus dem vollgeschwitzten Gummianzug.

Was bleibt ist jetzt noch eine Menge Arbeit für die Atemschutzgerätewarte. Alle Anzüge müssen gereinigt werden. Die Pressluftatmer sind zu Desinfizieren und wieder einsatzbereit zu machen. Die Atemschutzflaschen müssen gefüllt werden.

Hätte man vielleicht doch besser grillen sollen als hier im eigenen Saft zu garen?  Nein. Denn es ist ein gutes Gefühl es wieder einmal geschafft, und die Gewissheit zu haben: „Ich habe für das nächste Jahr den Nachweis erbracht dass ich fit für die Arbeit in einem Chemikalienschutzanzug bin“. Für alle die nicht dabei waren findet im Spätsommer ein zweiter Termin statt. So ist sichergestellt dass dem Gefahrstoffzug immer genügend CSA-Träger zur Verfügung stehen.

Truppmannlehrgang Teil 1 erfolgreich abgeschlossen

Truppmannlehrgang Teil 1 erfolgreich abgeschlossen

An den sechs Samstagen zwischen Fasching und Ostern findet in der Feuerwache Ramstein der Truppmannlehrgang Teil1 statt. Auch in diesem Jahr haben sich wieder 38 Frauen und Männer aus dem ganzen Landkreis zu diesem Einsteigerlehrgang eingefunden. Von den rechtlichen Grundlagen über die Grundzüge des brennen und löschens sowie der Umgang mit den verschiedensten Geräten aus den Bereichen Brandschutz und technischer Hilfe reichten die Lehrinhalte.

Am letzten Lehrgangstag musste jeder Teilnehmer sein Wissen in einer schriftlichen und praktischen Prüfung unter Beweis stellen. Alle Lehrgangsteilnehmer haben diesen ersten großen Schritt in ihr Feuerwehrleben mit guten bis sehr guten Ergebnissen abgeschlossen. Im Teil 2 der landesweit einheitlichen Ausbildung muss nun jeder Teilnehmer in den nächsten zwei Jahren in seiner Wehr das Erlernte festigen und erweitern bevor es dann nach Landstuhl zum Truppführerlehrgang geht.

Unsere Feuerwehr in der Kreisausbildung

Unsere Ausbilder sind nicht nur für die eigene Wehr tätig. Auch auf Landkreisebene bilden wir bei folgenden Lehrgängen aus:

  • Grundausbildung Teil 1 – Ausbildungsort: Ramstein
  • Sprechfunklehrgang – Ausbildungsort: Enkenbach-Alsenborn
  • Atemschutzgeräteträger – Ausbildungsort: Ramstein
  • Chemikalienschutzanzug – Ausbildungsort: Ramstein
  • Lehrgang Gefährliche Stoffe – Ausbildungsort: Weilerbach