Nicht grillen, sondern garen im eigenen Saft.

Nicht grillen, sondern garen im eigenen Saft.

So ein Abend vor einem Feiertag bei hochsommerlichen Temperaturen das hat schon was. Man könnte im Garten sitzen, etwas grillen und im Schatten bei einem kühlen Getränk seinen Feierabend genießen.

Nicht so die Mitglieder des Gefahrstoffzuges aus dem Landkreis Kaiserslautern. Für sie stand am Mittwoch vor Fronleichnam das jährliche Leistungsgehen im Chemikalienschutzanzug (CSA) in der Feuerwache Ramstein auf dem Programm.

Nach einem medizinischen Check ging es dann los. Innerhalb von 3 Minuten musste der Trupp (2 Feuerwehrleute) sich das Atemschutzgerät anlegen, die Maske und Helm anziehen und dann in den CSA steigen. Wenn dann von Helfern der Reißverschluss zugezogen wird, ist der Feuerwehrmann komplett von er Umluft abgeschlossen.

Wie der Name „Leistungsgehen“ schon erahnen lässt müssen die Wehrleute dann auch entsprechend Leistung bringen. Zuerst ging es für 3 Minuten auf ein Trimmdich-Fahrrad. Anschließend für 3 Minuten auf einen Stepper und dann noch einmal für 3 Minuten auf ein Laufband. Immer wieder wurde der Puls per Funkübertragung gemessen.

Dann musste ein leeres Fass über ca. 50 Meter über den Hof gerollt werden, ehe es mit einem mit Sand gefüllten Fass die gleiche Strecke wieder zurück ging. Eine, auch ohne die sommerlichen Temperaturen sehr schweißtreibende Angelegenheit.

An der Nächsten Station mussten unterschiedliche schwere Fässer auf einen Lastwagen verladen werden um dann wieder über eine Leiter von diesem heruntergebracht zu werden.

Zwischen allen Stationen wurde der Flaschendruck abgefragt. Das heißt für die Leute im Anzug den Arm nach innen aus den Anzug ziehen, das Druckmanometer finden und ablesen und den Wert per Funk an die Atemschutzüberwachung zu übermitteln.

Dann war es fast geschafft. Bei der letzten Station musste der Trupp dann eine 80 kg schwere Puppe aus einem Keller über die Treppe nach oben bringen. Fertig. Jetzt noch der Fußweg zurück in die Fahrzeughalle und raus aus dem vollgeschwitzten Gummianzug.

Was bleibt ist jetzt noch eine Menge Arbeit für die Atemschutzgerätewarte. Alle Anzüge müssen gereinigt werden. Die Pressluftatmer sind zu Desinfizieren und wieder einsatzbereit zu machen. Die Atemschutzflaschen müssen gefüllt werden.

Hätte man vielleicht doch besser grillen sollen als hier im eigenen Saft zu garen?  Nein. Denn es ist ein gutes Gefühl es wieder einmal geschafft, und die Gewissheit zu haben: „Ich habe für das nächste Jahr den Nachweis erbracht dass ich fit für die Arbeit in einem Chemikalienschutzanzug bin“. Für alle die nicht dabei waren findet im Spätsommer ein zweiter Termin statt. So ist sichergestellt dass dem Gefahrstoffzug immer genügend CSA-Träger zur Verfügung stehen.