Als ich heute meinen Feuerwehruniform angezogen habe musste ich schon etwas überlegen wann dies das letzte mal der Fall war. Das war genau vor einem Jahr - auch zum Florianstag - auch um auf dem Friedhof auf den Gräbern unserer verstorbenen Feuerwehrkameraden ein kleines Blumengebinde niederzulegen und ihnen zu gedenken. Natürlich unter Corona-Bedingungen, in kleinster Besetzung, zusammen mit Bürgermeister Ralf Hechler und mit viel Abstand.

Schon über ein Jahr läuft auch ihre Feuerwehr im Corona-Modus. Das heißt keine gemeinschaftlichen Übungen, keine Veranstaltungen, keine Jugendfeuerwehr. Und dennoch funktioniert Feuerwehr. Heute wären unter anderem fünf Jugendfeuerwehrwehrleute in den aktiven Dienst übernommen worden. Dies geschieht jetzt in aller Ruhe - keiner bekommt davon etwas mit. Ausbildung findet nur noch innerhalb der Bereitschaftsgruppen mit einem kleinen Personenkreis statt - keiner bekommt davon etwas mit. Dazu hat sich organisatorisch einiges geändert - Abstand, Masken, Hygienekonzepte, Planungen für die Zeit „nach Corona“ - und auch davon bekommt keiner etwas mit.

Warum? Weil immer dann, wenn Sie Hilfe brauchen, Sie diese unter der 112 auch bekommen. Wir kommen wie gerufen - mit Abstand, Maske und auf mehrere Fahrzeuge verteilt - in diesem Jahr schon über siebzig mal. Natürlich sehnen wir uns auch nach unserer tollen Gemeinschaft, ob in der aktiven Wehr, bei den Alterskameraden oder in der Jugendfeuerwehr. Noch müssen gerade wir Feuerwehrleute uns schützen und Abstand halten um die Einsatzbereitschaft unserer Wehr nicht aufs Spiel zu setzten. Ein Jahr hat das jetzt erfolgreich geklappt.

Mit dem Start der Impfgruppe 3 können sich nun auch Feuerwehrleute impfen lassen. Wir nähern uns so Schritt für Schritt wieder einem normaleren (Feuerwehr-)Leben. Bis dahin werden wir uns noch etwas einschränken um für Sie im Notfall da sein zu können. Sich selbst etwas zurücknehmen um für Andere da sein zu können - besser kann man den Namenstag von St.Florian nicht begehen.